Baustoffe und Bauphysik

Historische Holzkonstruktionen überdauern Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende. Entscheidend zur Erhaltung dieser Gebäude ist die baugerechte Nutzung und die Wartung, und der damit sichergestellte, dauerhafte Schutz vor Durchfeuchtung.

Erst die andauernde Durchfeuchtung schafft das Milieu für Holzzerstörer
wie Pilze und Insekten.

So stellt auch die DIN 68800 Holzschutz den baulichen Schutz der Holzkonstruktionen vor den Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln.

Die in Fachwerkhäusern eingesetzten Materialien wie Holz, Lehm, Naturstein, Kalke und Leinöl, etc. haben sich an den Gebäuden über Jahrtausende bewährt.

Leider ist das Wissen über den Einsatz, die Verarbeitung und die Pflege dieser Baustoffe oft verloren gegangen.

Die im 20. Jahrhundert neu entwickelten Baustoffe und der Wunsch nach modernem Wohnen führte vielfach zu dem Einsatz von Materialien, die in historischen Gebäuden Probleme und Zerstörungen mit sich bringen.

Wir empfehlen weitgehend mit den erprobten Materialien zu bauen.

Aus unserer langjährigen Erfahrung im Umgang mit historischer Bausubstanz bleibt die Erkenntnis, das zum Beispiel der Einsatz dampfdiffusionsbremsender Baustoffe wie Holzbeschichtungen oder Innendämmungen zur Erhöhung der Holzfeuchte führen und damit
zu Befall durch Holzzerstörende Pilz und Insekten mit den bekannten Schadensbildern.

Wir empfehlen reine Ölfarben- Anstriche auf Leinölbasis.

Das Thema der Wärmedämmung z. B. von Fachwerkhäusern ist ein großes und bedarf im Einzelfall der Beratung durch Fachleute.

Grundsätzlich empfehlen wir eine wärmedämmtechnische Verbesserung mittels Leichtlehm-Innenschalen oder Calzium- Silikatplatten.

Beide Baustoffe bieten die Möglichkeit kurzfristige Schwankungen der Innenraumfeuchte auszugleichen.

Lehm kann im Einsatz an den historischen Gebäuden aus unserer Sicht grundsätzlich nur empfohlen werden.

Wir setzen bei den Restaurierungsarbeiten anfallenden Baulehm in der Wiederverwendung ein, so er nicht mit Pilzmyzel des Echten Hausschwamms oder anderen Schadstoffen belastet ist.

Lehm ist äußerst angenehm in der Verarbeitung, er hat keine alkalischeen, ätzenden Eigenschaften, kann immer wieder auch nach Aushärtung mit Wasser neu angesetzt werden und verzeiht fast alles.

Letztlich wirken Lehmputze im Innenbereich positiv auf das Wohnraumklima.

Ein großes Thema ist der Einsatz von Riss- und Fugendichtungsmaterialien wie Silikon, Acryldichtungsmassen oder der Einsatz von Kunstharzgebundenen Spachtelmassen.

In den 70er Jahren wurden diese Stoffe als dauerelastisches Fugenmaterial gepriesen. Heute hat jeder Fliesenleger in der Rechnung einen schriftlichen Hinweis auf die zu unterhaltende Wartungsfuge.

Speziell an Fassaden hat nach unserer Erfahrung dieses Material oft größte Schäden zur Folge.

Der Handwerker setzt es gerne ein, es läßt sich in jeden Riss und jede Fuge spritzen, es läßt sich ziehen und spachteln, ist das Loch gar zu groß wird Polyurethan. Bauschwamm eingespritzt.

An genau diesen Punkten staut sich dann wieder die Nässe im Holz, die immer Ihren Weg findet und hinterlässt größte Schädigungen,

Auch der Glaube mit diesen Materialien und Dichtungsschienen alle möglichen Bauteilanschlüsse langfristig und dauerhaft gegen Regenwasser abdichten zu können wird in der Realität doch immer wieder Ad Absurdum geführt.


Sichtfachwerk auch wenn es weh tut, Fachwerk ist schön Mode Erscheinung Zeiten abhängig. Wetterseitige Verkleidungen.

Zemente sind an den historischen Gebäuden mit Vorsicht einzusetzen. Wir haben oft Sandsteinsockel gesehen, bei denen nach dem Verfugen mit Zementmörtel die salzbelasteten aufsteigenden Feuchten zu kolossalen Schäden an den Sandsteinen führten (Abplatztungen, Abschieferungen, Absandungen, etc.), weil die Verdunstungsebene von den Kalkmörtelfugen in die Steinoberflächen gedrückt wurde.

Hier bedarf es des Fachwissens bei den bauausführenden Architekten, Planern und Handwerkern.

Auch hier beraten wir Sie gerne.