Referenzen

Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2014

Am 25.11.2014 wurde uns bei einem feierlichen Festakt im Meistersaal der Handwerkskammer Wiesbaden der Bundespreis im Zimmererhandwerk verliehen. Der Ministerpräsident des Landes Hessen, Volker Bouffier, überreichte uns die Urkunde persönlich.

Ausgezeichnet wurden wir für beispielhafte Leistungen bei der Sanierung und Restaurierung der Teufelsmühle in Ilbeshausen.

Für uns bedeutet die Auszeichnung die ehrenvolle Anerkennung für fast 30 Jahre ausschließliche Tätigkeit in der Restaurierung von historischen Holzkonstruktionen.


Ebenfalls ausgezeichnet wurde Andre Lange aus Schrecksbach für beispielhafte Leistungen im Maler- und Lackiererhandwerk an der Teufelsmühle. Wir möchten ihn empfehlen für Putzer- und Malerarbeiten in der Denkmalpflege.


Es freut uns aber auch besonders, dass ein langjähriger Freund und Begleiter, Jürgen Rüdiger aus Gedern, den Bundespreis im Tischlerhandwerk erhielt. Herr Rüdiger wurde ausgezeichnet für seine beispielhaften Fenster im Hause Lücke in Amöneburg.

Wir können Herrn Rüdiger und seine Firma Inovitas für die Fertigung herausragender Fenster und Türen in der Denkmalpflege nur bestens empfehlen.

Bliebe noch zu erwähnen, das unsere Arbeiten an der Teufelsmühle 2014 auch mit dem hessischen Denkmalpreis ausgezeichnet wurden.

Und letztlich können Sie noch unter dem folgenden Link einen schönen Artikel zur Preisverleihung aus dem Kreisanzeiger vom 19.11.2014 einsehen!
Pressebericht Bundesdenkmalpreis 2014
Andre Lange
Jürgen Rüdiger / Inovitas

Restaurierung der Fachwerkfassaden der Teufelsmühle in Ilbeshausen

Auszug Enzyklopädie Wikipedia:

Die Teufelsmühle, mundartlich auch Hansenmühle genannt, wird erstmals in einem Lehenbrief vom 4. Januar 1530 erwähnt. Darin wird eine Mühle von Theodor Riedesel als Lehen an einen Klaus Tuvel gegeben.

Im Jahr 1691 wurde die Mühle von dem Zimmermeister Hans Muth neu erbaut. Von 1720 bis in die Gegenwart war das Gebäude im Besitz der Nachkommen des Erbauers. Sie ist eines der bedeutendsten Fachwerkhäuser in Hessen und liegt unterhalb des Hoherrodskopfs auf einer Höhe von ca. 432 m über N.N.

Da die Mühle so ungewöhnlich reiches Schmuckfachwerk besitzt, soll sie, einer örtlichen Sage nach, in einem Wettstreit zwischen dem Zimmermann und dem Teufel entstanden sein.

Die Brüstungsfelder seiner straßenseitigen Giebel- und Traufseiten sind durch eine Vielzahl an Rauten, Kreis- und Andreaskreuz- Motiven, die gebogen und überkreuzt angeordnet sind, herausragend künstlerisch gestaltet.

Für einen Fachwerkbau des 17. Jh. in der eher ärmlichen Vogelsbergregion ist dieser Schmuckreichtum einzigartig, zudem die Gebäude in der Regel durch Holz- Verschindelungen vor der rauhen Witterung geschützt wurden.

Dem hohen Denkmalwert des Objekts entsprechend, wurde Herr Jürgen Knöss als Sachverständiger für Holzschutz mit einer Schadensuntersuchung der Fachwerkaußenwände beauftragt. Mit dem Vorliegen des Schadensgutachtens konnte bei mehreren Ortsterminen die Art und der Umfang der Restaurierung festgelegt werden.

Alle Beteiligten waren sich hierbei darin einig, dass das Ziel der Restaurierung die sensible Instandsetzung und die Sicherung des Gebäudes in seinem jetzigen Erscheinungsbild sein musste, um dem hohen Denkmalwert der Teufelsmühle gerecht zu werden, den Erhalt des Gebäudes auf Jahre zu sichern und eine weitere Wohnnutzung zu ermöglichen.

Zudem galt es aber auch, die Kosten in Grenzen zu halten. Eine aufwendige Rekonstruktion war daher nicht das Ziel der Restaurierungs- Maßnahmen.

Der Erhalt der Originalsubstanz sollte unbedingt Vorrang vor dem Austausch und der Erneuerung von Bauteilen erhalten. Gleichzeitig galt es aber technische Mängel, die auf Dauer die Konstruktion gefährden, abzustellen.

Da die Mühle seit Jahrzehnten durch die grau-bräunlich verwitterten Hölzer in ihrem Erscheinungsbild geprägt ist, wurde trotz hist. Farbbefunde auf eine farbliche Neugestaltung verzichtet.

Dabei wurden auch stärker verwitterte Oberflächen und Profilierungen in Kauf genommen, da Reparaturen hier einen erheblichen Verlust der Originalsubstanz und eine große Kostensteigerung zur Folge gehabt hätten. Sie wurden nur abgebürstet. Man entschied sich somit, den Zustand einer würdevollen Alterung zu erhalten und nur konstruktiv zu sichern.

Die für die Sanierung zu verarbeitenden Baustoffe sollten dem historischen Bestand entsprechen.

So kamen abgelagerte Stiel/Traubeneichenhölzer aus 2.Verwendung, Lehmsteine, hydraulischer Mauerkalk, Sumpfkalkfarben und Leinölfarben zum Einsatz.

Die zur Wiederverwendung geeigneten Baustoffe, wie Gefachlehm, Basaltnatursteine, etc. wurden seitlich gelagert und während der Sanierung z. B. für die Auffütterung der Gefachputz- Innenflächen und die Schwellenuntermauerung verwendet.

Restaurierung des Dachtragwerks und der Turmkonstruktionen der romanischen Basilika auf dem Schiffenberg

Bei der Basilika auf dem Schiffenberg handelt es sich um die Kirche einer ehemaligen Klosteranlage aus dem 12. Jh.

Nach der Säkularisierung 1809 und damit der weiteren Nutzung als Staatsdomäne ging der Schiffenberg 1972 in den Besitz der Universitätsstadt Gießen über.

Die Basilika zeigt den typischen Grundriss in Kreuzform mit Hauptschiff, Seitenschiffen (nur noch das nördliche vorhanden), Querhäusern, Chor und achtseitigen Turm über der Vierung.

Im 1. Bauabschnitt wurden die Querhäuser, der Chor und der Vierungsturm restauriert. Im 2. Bauabschnitt folgte das Hauptschiff.

Da die Basilika weitgehend noch Originalsubstanz aus dem 12. Jh. aufweist (Chordachstuhl und Vierungsturm, Hauptschiffdachstuhl und Deckenbalkenlage) wurde hier rein additiv restauriert, die Barockdachstühle über den Querhäusern wurden ergänzend restauriert.

Die Restaurierung des Dachtragwerks bezog sich hier auf den Ausbau und Ersatz der durch Holzzerstörende Pilze und Insekten zerstörten Hölzer, sowie die Ergänzung fehlender und statisch nicht ausreichender Gefügeteile.

In den romanischen Gebäudeteilen wurden selbst zerstörte Konstruktionshölzer an ihrem Platz belassen (siehe auch Sanierungsvarianten Vierungsturm).

Anschuhungen und Reparaturen an den hist. Bauteilen wurden mittels Altholz (je nach Bestand in Stiel/Traubeneiche oder Nadelholz, Holzfeuchte < 20 %) aus 2. Verwendung ausgeführt.

Neue, additive Verstärkungen wurden in Lärchenholz (splintfrei, Holzfeuchte < 20 %) ausgeführt.

Um die neuen Hölzer auf Dauer zu kennzeichen, und damit in späteren Jahren dendrochronologische Altersbestimmungen nicht zu verfälschen, wurden die Jahreszahlen des Einbaus eingeschlagen.

Referenzobjekte

In fast 20 Jahren Selbstständigkeit durften wir an zahlreichen Objekten arbeiten. Hier einige beispielhafte Bauvorhaben.